
Seit 1990 bin ich geprüfte stattlich anerkannte Erzieherin.
Im Jahr 2002 zog unser erster Briard Welpe bei uns ein. Von 2003 an zogen immer wieder Briard`s aus „Birard in Not“ zur Pflege oder auf Grund ihres Alters bei uns ein,um mit Ihnen ihren letzten Weg zu gehen.
Q (Kju) „ QT des travailleurs barbus“ ist ein Briard und wurde im September 2018 geboren. Im Alter von 8 Wochen zog Q bei uns ein. Wir haben uns lange im Vorfeld eine etablierte Briard Zuchtstätte herausgesucht. Ab Dezember 2018 besuchten wir die Welpenschule, dann die Junghunde – Gruppe und sind heute in der „Giganten“ Großhunde- Gruppe der Hundeschule in Mönchengladbach. Im September 2019 bestand Q die Junghundbeurteilung einer von wenigen Briards (3/49) mit Bravour (35/35).
Von Welpe an war unser Wunsch darauf ausgerichtet Q mit tiergestützter Pädagogik Menschen zu unterstützen oder zu helfen. Als Q das entsprechende Alter von 12 Monaten erreicht hatte, fingen wir mit der Ausbildung zur tiergestützten Pädagogik an und besuchten das Schulungszentrum für tiergestützte Therapie in Mönchengladbach.
Dazu brauchten wir verschiedene Nachweise:
- die Gesundheitsbescheinigung
- Teilnahme an Kursen in der Hundeschule
- Bescheinigung Grundgehorsam
- Eignungstest
Der Eignungstest dient dazu den Hund auf sein Wesen zu testen. Folgende Eigenschaften musste Q unter Beweis stellen:
- Menschenfreundlich
- Bestens sozialisiert
- Hohe Frustrationstoleranz
- Ausgeglichenes Wesen
- Gelassen gegenüber stressigen und lauten Situationen
- Zuverlässiger Grundgehorsam
- Gut motivierbar / verspielt
- Gute Bindung zum Besitzer
- Impulskontrolle
Zuerst besuchten wir den Grundkurs für Therapiebegleit-, Pädagogikbegleit-, Besuchs- und Schulhunde mit dem bestanden mit Bravour den Abschluss Besuchshund für Schulen und Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen“.
Aber bis es dazu kam durften wir viel trainieren und lernen.
Themeninhalte waren:
- die Entstehung der tiergestützten Arbeit
- die Begriffsbestimmung und Abgrenzung
- Tiergestützte Intervention
- Studien über die Wirke-Effekte
- über die Ethik
- Verhalten zwischen Mensch und Tier
- Kommunikation
- Interaktion
- Domestikation des Hundes
- Anatomie und Physiologie
- Entwicklungsphasen des Hundes
- Körpersprache des Hundes
- Lerntheorien in der Hundeerziehung
- Anthropomorpisierung
- Organisation vor dem Dienst als Besuchs- oder Schulhund
- Tierschutzgesetz
- Zoonosen
- Einsatz in der Einrichtung…
Zudem hatte wir die Aufgaben verschiedene Dinge zu trainieren aber die findet ihr bei der praktischen Prüfung. Das Training war die eine Sache aber die ganze Theorie lernen und die Videos anfertigen und zu analysieren die andere. Der Prüfungstermin war auf den 29.03.2020 festgelegt. Dann kam Corona und keiner wusste wann die Prüfung endlich stattfinden wird.
Aber wir wussten was uns in der Prüfung erwartet.
- Die lnhalte der schriftlichen Prüfung ergeben sich aus dem Begleitmaterial, aus den Theorie und Praxisseminaren.
- Die Prüfung ist mit 60 Minuten angesetzt und es werden 40 Fragen gestellt.
Es war soweit, der Prüfungstermin fand am 09.05.2020 statt. Meine Aufregung war nicht weg zu leugnen.
Zuerst wurde die praktische Prüfung durchgeführt:
1-Sozialverhalten im direkten und indirekten Kontakt mit Menschen
- 1.1 Geschlossene Hand
- 1.2 Kurz weggezogene Hand
- 1.3 Pinzetten Griff – Leckerli aufnehmen
- 1.4 Bürsten durch eine Fremdperson
- 1.5 Ausführung eines Kommandos (Sitz, Platz, Bring etc. nach Wahl) bei Fremdperson
- 1.6 Verhalten gegenüber Fremdpersonen mit Fixieren
- 1.7 Auffälliges Gangbild/Verkleidung
- 1.8 Hund wird angebunden und Menschgruppe geht joggend und lautstark (Abstand 2 m.) vorbei
2-Spezialfähigkeiten
- 2.1 Kommando,,Decke“ (Abstand 3 m.)
- 2.2 Kommando ,,Sweet“ (lm Kommando verbleiben für 5 Sekunden)
3-lmpulskontrolle
- 3.1 Ballspiel (.z.b.werfen, rollen, aufprellen)
- 3.2 Auf zugewiesenem Platz verbleiben und rollenden Keks ignorieren
Unsere Prüfung war gelaufen…. sehr gut gelaufen.
Nach 6,5 Stunden hatten wir das Ergebnis (98 /100).
Meine Anspannung war vorbei aber glauben konnte ich es noch nicht. Eine Erleichterung machte sich breit aber nun stellte sich uns die Frage „machen wir weiter?“ Genügend Motivation und Unterstützung hatten wir und meldeten uns für den Aufbaukurs für Therapiebegleit-, Pädagogikbegleit-, und Schulhunde an.
Wir durften neue Dinge lernen und trainieren, welche sich als sehr umfangreich herausstellten.
In der Theorie ging es um:
- Spiegelneurone
- Biophilie-Hypothese
- ,,Du-Evidenz“
- Bindungstheorie,,Du-Evidenz“
- Bindungshormon Oxytocin
- Unzulänglichkeitstheorie
- Dominanz-Theorie
- Überflusstheorie
- Hundegsundheit
- erste Hilfe
- Arbeitsanweisungen erstellen
- SMART – Zielsetzung formulieren, Teilziele festhalten
- Ebenen der tiergestützten Therapie
- Formen der tiergestützten lntervention
- lnteraktion
- Die 5 Grundmethoden der tiergestützten lnterventionen
- Stress
- Ängste in der tiergestützten Therapie
- Lernen mit Therapiehunden
- Spezialfähigkeiten der Hunde
Natürlich standen neben dem Lernen auch wieder Hausaufgaben an. Wir sollten eine aufeinanderfolgende ausführliche Angebotsreihe, einige Videos erstellen und analysieren und trainieren. Der Tag der Prüfung (30.08.2020) rückte näher und somit auch die Anspannung. Meine Nervosität konnte ich nicht mehr unterdrücken, Q gab mir aber das Gefühl von „ Frauchen wir packen das“.
Zuerst kam der praktische Teil und ich war glücklich für uns beide.
Der praktische Teil bestand aus:
- Sozialverhalten
- kniende Person steht auf der Höhe des vorbeilaufenden Hundes aufeinander
- Person sitzt auf dem Boden und weint
- Fremde Person gestikuliert bedrohlich auf den Hund ( Abstand 2m)
- Skatebord
- Abgeben von Futter/ Spielzeug an eine Fremdperson
- Spezialfähigkeit
- Wahlpflicht / Hopp auf Podest schicken ( ausführen von einer Fremdperson)
- Wahlpflicht / Leckerli vom Löffel ( ausführen von einer Fremdperson)
- Wahlpflicht / Karten ziehen ( ausführen von einer Fremdperson)
- Zur Decke schicken ( Abstand 6m.)
- Abrufen aus dem Bleib (1. Min.), ( 6 m. Abstand) mit Futter oder Spielzeug von einer Fremdperson
- Auf der Decke verbleiben (2Min.) während der Hundeführer mit einem Spiel abgelenkt ist und keine Sichtkontakt zum Hund hat.
Danach kam der theoretische Teil beziehungsweise die mündliche Prüfung. Nach der mündlichen Prüfung hatten wir Zeit, ändern hätten wir eh nichts mehr gekonnt. Aber ich hatte ein gutes Gefühl, eins sehr gutes Gefühl welches sich bestätigte.
Trotzdem hieß es warten, denn wir waren ja 5 Hundeführer Teams. Um 17:30 Uhr bekamen wir das Ergebnis und durften geprüftes Therapiebegleithund, Pädagogikbegleithund, Schulhund Team nennen.
Mittlerweile haben wir schon Kinder in Schulen oder Zuhause besucht.
Q liebt es zu spielen und gestreichelt zu werden. Q ist darüber hinaus sehr neugierig und an vielen neuen Dingen interessiert. Podeste, Bänke oder Erhöhungen zu besteigen macht er mit Vorliebe